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Expertenstandard

„Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“

P 3b Die Pflegefachkraft gewährleistet eine hygienische und fachgerechte Wundversorgung sowie eine kontinuierliche Umsetzung des Maßnahmeplans unter Einbeziehung der Patientin/Bewohnerin und ihrer Angehörigen

Zu einem hygienisch fachgerechten Umgang mit chronischen Wunden gehören gemäß fachlicher und rechtlicher Grundlagen Schutzkleidung für alle beteiligten Personen, keimarme Einmalhandschuhe, regelgerechte Händedesinfektion, Non-Touch-Technik, der Einsatz von sterilen Instrumenten (Pinzetten, Scheren), sterilen Wundauflagen und sterilen Spülflüssigkeiten sowie der korrekte Umgang mit Einmalprodukten.

Der Einsatz von Leitungswasser zur Wundversorgung wird in der Wissenschaft kontrovers interpretiert:

  • Leitungswasser, das als Trinkwasser bezeichnet wird hat keine negativen Einflüsse auf Infektionsraten und Wundheilung.
  • In der Expertenarbeitsgruppe wurde jedoch auch die Technik der Anwendung des Wassers, z. B. durch Ausduschen der Wunde, diskutiert. Eingebracht wurde, dass ein größeres Infektionsrisiko durch eine mit dem Spritzwasser möglicherweise verbundene Keimverteilung entsteht. Dazu gibt es allerdings keine Studien.

Das RKI (Robert Koch Institut) empfiehlt jedoch nicht die Nutzung von Trinkwasser zur Wundreinigung, sondern die Verwendung von sterilen Wundspüllösungen (RKI 2005). (…) Unterstützt werden die Empfehlungen des RKI (Mehrheitsbeschluss). Bei infektionsfreien Wunden ist die Anwendung von antiseptischen Substanzen nicht erforderlich.

Pflegefachkräfte übernehmen im Rahmen der Wundversorgung auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung die Verantwortung für die fachgerechte Durchführung der Maßnahmen. Sollte die ärztliche Verordnung nicht dem aktuellen Wissensstand entsprechen, sind sie verpflichtet, diese Maßnahmen abzulehnen (Remonstrationspflicht). So ist beispielsweise die Anwendung von unsterilen Materialien oder der mehrmalige Gebrauch von Einmalmaterial abzulehnen. (…)

Quelle: Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“
Schriftenreihe des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege, Osnabrück 2009, S. 49 Abschnitt Ende

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